Stadthonig – Was man wissen sollte

Wissenswertes zum Stadthonig

Eine kürzlich veröffentlichte Studie legt den Schluss nahe, dass es Stadtbienen in der Regel besser geht und sie mehr Honig produzieren, als ihren Artgenossen auf dem Land – den Stadthonig. Während in Großstädten wie Hamburg und Berlin jährliche Honigerträge von bis zu 65(!) kg möglich sind, müssen sich Imker in ländlichen Regionen oft mit „nur“ ca. 30 kg im Jahr abfinden.

Als Grund nennen die Forscher, dass das Nahrungs- und Blütenangebot in Städten oft wesentlich vielfältiger und höher ist. Zwar gibt es im urbanen Raum keine riesigen Rapsfelder, dafür aber das ganze Jahr über die verschiedensten Blüten in Parks, Vorgärten, Ruinen, Schrebergärten und Bäumen. Auf dem Land hingegen machen kurz blühende Monokulturen, wirtschaftlich genutzte Weiden sowie Dünger und Pestizide den Bienen zu schaffen.

Was den Stadhonig ausmacht

Ist der urbane Lebensbaum also besser für die Bienenhaltung und den Honiggewinn? Die Antwort ist wie in vielen Fällen mit einem ja und einem nein zu beantworten.

Ja, da…:

  • es ein höheres und unter Umständen längeres Angebot an Blüten gibt
  • durch ein vielfältiges Nahrungsangebot Stadtbienen oft gesünder sind
  • es nicht zum massenhaften Einsatz von Pestiziden und Dünger kommt

Nein, weil…:

  • die Bienendichte in Städten mehr und mehr zunimmt (Nahrungskonkurrenz und Verbreitung von Krankheiten)
  • Stadtbienen öfter von Parasitenbefall betroffen sind
  • Imker auf dem Land meist besser Bescheid wissen, wie man mit Krankheiten umzugehen hat, während Stadtimker in der Regel unerfahrener sind

Ohnehin wäre es keine Lösung sich bei der Imkerei in Zukunft mehr auf den städtischen Raum zu konzentrieren. Am Ende würde es tausende „reisende“ Bienenvölker geben, die unter viel Stress die Felder und Obstbäume des Landes bestäuben würden. Dies wäre weder im Sinne der Umwelt, noch von Vorteil für ein breites Sortiment an Blütenhonigen.

Vielmehr sollte diese Studie, die von der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegeben wurde, als ein Weckruf gesehen werden und wir anfangen sollten die Art und Weise unserer Landwirtschaft und die Nutzung von Pestiziden zu überdenken.

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